Das Rehwild kennen die meisten Menschen in Deutschland. Diese Tierart findet auch in kleinen Rückzugsgebieten einen Platz zum Leben, allerdings ist sie nicht in der Stadt zu finden. Es zieht die freie Landschaft vor, die möglichst abwechslungsreich sein soll. Eine bunte Mischung aus Wiesen, Äckern, Wallhecken/Knicks, Wald und Moor ist perfekt für diese Einzelgänger. Sie leben nämlich nur im Winter in kleinen Gruppen (Sprüngen), auch zur Paarungszeit (Blattzeit) sind sie ausnahmsweise mal in Pärchen anzutreffen.
Das Rehwild gehört zu den Schalentieren, so nennen Jäger die Tierarten, die auf einer oder mehreren Hufen (Schalen) gehen. Sie wechseln zwei Mal im Jahr ihr Haarkleid (Decke), deshalb sehen sie im Sommer schön rot aus, im Winter haben sie ein dichteres, graubraunes Fell.
Nur die Männchen (Böcke) tragen ein Gehörn. Das bildet sich schon im ersten Lebensjahr aus, ist dann aber noch ganz klein. Erst im Mai oder Juni geboren zeigen junge Bockkitze im Herbst deshalb schon kleine Knöpfe an der Stirn. Die werden aber schon im Winter abgeworfen und dann im nächsten Frühjahr wachsen die ersten richtigen Stangen. Der Übergang vom Kitz zum im Prinzip geschlechtsreifen Bock ist also mit etwa 9 Monaten bereits abgeschlossen.
Die weiblichen Tiere zeigen normalerweise kein Gehörn, sind aber auch schon vor dem Erreichen des ersten Lebensjahres erwachsen. Sie werden im Frühjahr (1.April) zum Schmalreh und können bereits im Sommer vom Bock gedeckt werden. Im Uterus entwickeln sich dann schon Föten, deren Entwicklung wird aber 'eingefroren', bis die richtige Jahreszeit kommt. Die Eiruhe dauert bis in den Winter, dann entwickeln sich die Föten weiter und werden im Mai oder Juni geworfen. In dem Moment, in dem das Schmalreh ein oder zwei Kitze setzt wird sie zur Ricke und ist damit voll entwickelt.