Die Stiel-Eiche ist ein ziemlich bekannter Baum, mit einem eher langsamen Wuchs, aber sehr hartem, widerstandsfähigem Holz. Es kann problemlos auch im Wasser- und Schiffsbau eingesetzt werden, denn faulen tut es nur sehr langsam. Grund dafür sind die im Holz enthaltenen Gerbstoffe, die die Zellen gegen Pilze und Bakterien beschützen.
Die Blätter sollten bekannt sein, sie sind doch recht auffällig. Sie sind länglich mit schön geschwungenem, tief gebuchtetem Rand. Im Austrieb sind sie noch hellgrün und weich, werden aber über den Sommer immer dunkler und auch härter.
Die Blüte im Mai ist nicht spektakulär und duftet auch nicht. Eigentlich sieht man nur die männlichen Blüten so richtig, sie sehen aus wie ein Bündel Wollschnüre, die am Triebende vom Zweig herabhängen. Die weiblichen Blüten sind sehr unscheinbar, aus ihnen entwickeln sich allerdings die wiederum jedermann bekannten Eicheln.
Über diese Früchte freuen sich so einige Tiere im Wald. Dazu gehören Wildschweine, Rehe, Hirsche, aber auch der Eichelhäher. Viele Wildtiere fressen im Herbst so viele Eicheln wie es nur geht, denn sie sind sehr nahrhaft. Der Winter steht ja bevor und deshalb dienen sie als Mastfutter, d.h. die Waldbewohner können sich mit den Eicheln eine schöne Fettschicht anfressen. Ein weiteres Mastgehölz ist die Rot-Buche.
Auch die Blätter sitzen, im Gegensatz zu denen der Trauben-Eiche, an einem kurzen Stiel.
Nachdem die Eicheln vom Baum gefallen sind folgen auch bald die Blätter. Sie sind, wie die Rinde und Holz der Stiel-Eiche, voller Gerbstoffe und sie verrotten nicht so schnell. Man kann noch im Frühjahr gut erhaltene Blätter am Waldboden finden.
Das Holz bleibt auch in feuchten Umgebungen lange erhalten. Es wird daher im Bootsbau, Möbelbau, als Bauholz und für Pfähle im Wasserbau und für Weidezäune verwendet.